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Nachlese: IUG-Workshop Boeblingen (Stuttgart)

(german content)

Traditonell möchte ich Ihnen nachfolgend eine kurze Nachlese zum gestern stattgefundenen IUG-Workshop präsentieren und auf den ein oder anderen Punkt etwas näher beleuchten:

Zuerst einmal möchte ich mich im Namen der Deutschen IUG ganz herzlich beim IBM Labor Böblingen bedanken, das uns freundlicherweise Räumlichkeiten, Getränke, Kaffee, Kuchen und ein hervorragendes Mittagessen spendierte. Insbesondere gilt unser Dank den Herren Werner Tod (Manager Information Management Development IBM, Böblingen) sowie Sandor Szabo (Manager Informix Development, München), die uns zum IBM Standort Böblingen eingeladen haben. Organisation, Service und Gastfreundlichkeit waren wirklich erste Klasse. Vielen Dank !

Im gleichen Atemzug möchte ich mich auch ganz herzlich bei Herrn Schoenhals von der Firma it-schoenhals bedanken, der jedem IUG-Mitglied eine Flasche Wein aus seiner Heimatregion schenkte. Vielen Dank hierfür !

Danke sagen möchte ich auch meinem IUG-Beiratskollegen Malte Sukopp, der die Agenda und die Referenten für diesen Workshop zusammengestellt hat und ich weiß durchaus aus eigener Erfahrung, dass das mit Arbeit verbunden ist :-)

Vorstandssitzung und Mitgliederversammlung

Wir hatten diesmal ein strammes Programm zu bewältigen. Am Vortag fand bereits um 14:00 Uhr die IUG-Vorstandssitzung und im Anschluss daran gg. 16:00 Uhr die IUG-Mitgliederversammlung statt. Der Bericht der Kassenprüfer, vorgetragen von meinem Namensvetter - Herrn Erik Endriss - von der G&H Bankensoftware AG (Berlin), bestätigte einmal mehr die äußerst korrekte und vorbildliche Arbeitsweise von unserem Vorsitzenden Herrn Dr. Aspiazu, dem 2. Vorsitzenden Herrn Stephan Riepe und Herrn Carlos Alvarez. Als logische Konsequenz wurde der Vorstand einstimmig durch die Mitgliederversammlung entlastet. Von den Mitglieder wurde der Wunsch an den Vorstand herangetragen noch aktiver bei der Werbung neuer Mitglieder zu werden. Ich kann Ihnen versichern, dass die Gewinnung neuer Mitglieder ein wichtiges Ziel für 2010 ist und wir in Zusammenarbeit mit den Distributoren und IBM versuchen die Informix-Gemeinschaft weiter auszubauen.

Der Stammtisch

Pünktlich gg. 18:00 Uhr war die Mitgliederversammlung beendet und es ging Richtung Hotel wo bereits um 19:00 Uhr der nächste Höhepunkt in Form des traditionellen IUG-Stammtisch's auf uns wartete. Hier gilt unserer Dank der Fa. ISR (Braunschweig), die das reichhaltige Abendessen sponserte. Wie immer entwickelten sich interessante Gespräche und neue Kontakte. Nutzen Sie den Stammtisch für diese Aktivitäten. In unserer heutigen hektischen Zeit kann niemand vorhersaugen was morgen passiert, ob die eigene Firma in dieser Form noch weiter existieren wird. In einer solchen Situation können Kontakte sehr sehr hilfreich sein. Der IUG-Stammtisch bietet eine hervorragende Plattform um sich zwanglos bei einem (oder zwei) Glas Bier oder Wein auszutauschen.

Der Workshop

Der IUG-Workshop startete dann am nächsten Tag pünktlich um 09:00 Uhr. Ermutigend und motivierend ist, dass auch einige neue Gesichter auf dem Workshop zu sehen waren. Persönlich habe ich mich sehr über das Wiedersehen mit vielen "alten" und guten Bekannten aus einer gemeinsamen Informix-Zeit gefreut. Auch hier der Dank an Herrn Tod und Herrn Szabo, die ihren viel beschäftigten Informix-Entwicklern die Teilnahme am IUG-Workshop ermöglicht haben und somit zu dem engen Kontakt und Gedankenaustausch zwischen der IUG und der IBM-Entwicklung beitragen. Denn nur "gemeinsam sind wir stark" !

Aber nicht nur die IBM-Entwicklung hat sich nicht lumpen lassen. Auch der IBM Support hat mit Dr. Andreas Dworsky einen äußerst erfahrenen und geschätzten Spezialisten aus dem Advanced Support entsendet, der uns einen Überblick über die Support-Strukturen der IBM und der internen PMR-Bearbeitung gab. Vielen Dank hierfür.

Mit Prof. Dr. Lothar Piepmeyer von der Fachhochschule Furtwangen konnten wir einen echten Professor begrüßen, der zudem auch noch Informix-Fan ist. Er brachte auch einen seiner Studenten mit, der sich mit dem Thema Informix befasst und so schon einmal in die Informix-Gemeinschaft "hineinschnuppern" konnte. Im gemeinsamen Gespräch berichtete Herr Prof. Dr. Piepmeyer von den Informix-Aktivitäten im Rahmen seines Lehrstuhls an der Fachhochschule. Weiter so lieber Lothar ! Es ist sehr wichtig, dass das Thema Informix wieder Einzug in die Hochschulen hält, denn wir alle werden nicht jünger (:-

Natürlich gab es auch viele interessante Vorträge. Offiziell begrüßt im IBM-Entwicklungszentrum Deutschland wurden wir vom Direktor persönlich, Herrn Udo Hertz, der uns einen kurzen Überblick zu den vielfältigen Aktivitäten des IBM-Labors auf Hard- und Softwareebene gab. Herr Hertz betonte unter anderem auch die die Wichtigkeit einer starken IUG-Gemeinschaft für die Firma IBM.

Den ersten Vortrag hielt mein anderer Namensvetter: Erik Stahlhut von der Cursor AG. Ich wusste gar nicht, dass es so viele Eri[ck]'s gibt, die sich mit Informix beschäftigen :-) Erik berichtete von seinem Besuch der IIUG-Konferenz in Kansas, die Ende April stattgefunden hat. Aus seinem Bericht wurde deutlich, dass diese Konferenz einen einmaligen Mehrwert für alle bietet, die sich mit dem Thema Informix beschäftigen. Preis, Leistung und Nutzen dieser Konferenz sind wirklich unschlagbar und das kann ich nur aus eigener Erfahrung bestätigen. Interessant war auch Erik's Anmerkung zum anschließend stattgefundenen CAC (Customer Advisory Council) Meeting. Hier waren über 50 Kunden aus allen Kontinenten vertreten. Trotz unterschiedlicher Sprachen und lokal anderer Gegebenheiten waren sich alle bei einem Thema einig:

IBM tut nach wie vor (viel) zu wenig, um das Produktbewusstsein für Informix im Markt zu stärken bzw. erst einmal ein Informix-Produktbewusstsein zu generieren !

Auf Entscheider-Ebene ist Informix oftmals nicht im Fokus und wird bei Evaluierungen nicht in Betracht gezogen. Das kann nicht im Sinne von IBM sein ! Auch diverse Gespräche in den Pausen haben gezeigt, dass oftmals bei Kunden, die sich nicht täglich mit dem Thema Informix auseinandersetzen, nach wie vor die Auffassung herrscht, das Informix eines Tages "sterben" bzw. in DB2 aufgehen wird. Hier ist IBM gefordert zu agieren und eine frische und positive Informix-Botschaft in den Markt zu transportieren. Und mit "Markt" ist nicht die bestehende Informix-Community gemeint, denn wir alle wissen, dass IBM massiv in Informix investiert und es bereits ein 5-Jahres-Plan zur weiteren Entwicklung gibt. Aber da draussen gibt es noch viele, die das nicht wissen und es wäre aus IBM-Sicht doch alles andere als "smart", wenn man dieses große Kunden-Potential für Informix einfach so verschenken würde (:-

Als weiterer Vortrag folgte Herr Mike Atkins von der neos ventures GmbH (München), der das Hype-Thema Virtualisierung und Informix-(Alt)systeme näher beleuchtete. Ich finde es super, dass sich neue IUG-Mitglieder gleich aktiv mit einem Vortrag an der IUG-Gemeinschaft beteiligen ! Die beiden IBM-Vorträge von Herrn Sandor Szabo und Herrn Gerd Kaluzinksi wurden im Anschluss zusammegelegt, um mehr Zeit für die, aufgrund aktueller Gegebenheiten, kurzfristig für den Nachmittag einberufene Diskussionsrunde zum Thema neues "Informix-Lizenzmodell" zu schaffen. Trotz Kürzung wurde aus den beiden Vorträgen deutlich, dass Informix eine exzellente Datenbank ist, die sicherlich mit dem Panther-Release neue Maßstäbe im Bereich Datenbank-Cluster bzw. Datenbank-Grid setzen wird.


Nach einem hervorragenden Mittagessen ging es dann pünktlich gg. 13:30 Uhr in die nächste Runde. Wie bereits oben erwähnt, erläuterte uns Herr Dr. Andreas Dworsky die IBM-Support-Strukturen, weitere Details zu PMR's und APAR's sowie den effizientesten Weg um in einem Notfall (System down) ein PMR zu eröffnen, der unmittelbar von den Support-Kollegen bearbeitet wird. Interessant war es auch zu erfahren, dass 80%-90% der Leute im IBM Informix Support eine Erfahrung von mehr als 10 Jahren mit dem Produkt aufweisen und über direkten Sourcecode-Zugang, ohne Einschaltung des Labors, selbständig komplexe Fehlersituationen lösen können.

Im Anschluss berichtete Herr Knuth Hartlieb über seine durchweg positiven Erfahrungen in Zusammenhang mit dem Einsatz von Informix und in der Zusammenarbeit mit IBM. Interessant war vor allem der in seiner alten Firma - Impire AG - durchgeführte Benchmark hinsichtlich Replikations-Performance zwischen Informix und MS SQL Server. Die Ergebnisse sprechen hier eine deutliche Sprache für Informix.

Die Lizenz-(und Marketing) -Diskussion

Die meisten haben mittlerweile sicher davon gehört, dass IBM ein neues Lizenzierungsmodell für Informix entworfen hat. Es gab zwar Gerüchte, dass etwas Neues in diesem Bereich geplant ist. Dass es aber dann so schnell und in diesem Umfang kommen würde, konnte vermutlich keiner erahnen. Persönlich habe ich davon über die comp.databases.informix und Twitter erfahren. Auch die Distributoren und IBM Deutschland waren sozusagen ahnungslos und überrascht. Es gab auch Gerüchte, dass Informix nun Open Source sei. Aber nein, das ist es nicht und lt. Aussagen von IBM gibt es keine Pläne in diese Richtung.

Aufgrund zahlreicher Fragen unserer Mitglieder wollten wir von IUG-Seite, mit Hilfe einer Podiumsdiskussion mit Unterstützung der IBM-Mitarbeiter und Informix-Distributoren, für mehr Klarheit sorgen. Zusätzlich organisierten wir eine Live-Schaltung in die USA, wo mit Gary Proctor, Steve Shoaf und Cindy Fung hochrangiges IBM Informix-Personal Rede und Antwort stand. Herr Dr. Aspiazu kritisierte vor allem die Nicht-Einbindung der Partner und der IUG-Gemeinschaft in diesen Entscheidungsprozess und mahnte hier zu Recht für die Zukunft eine besser abgestimmte Vorgehensweise an.

Grundsätzlich denke ich, dass das neue Lizensierungsmodell äußerst positiv für Informix ist. Damit ergeben sich viele neue Möglichkeiten, um Informix im Markt zu verbreiten und die Installationsbasis zu vergrößern. Was mir nicht gefällt ist die Tatsache, dass IBM nicht in der Lage war, ein offizielles Pressrelease zu diesem Thema herauszubringen (Ausnahme IBM Deutschland: Heise Newsticker). Natürlich haben die Amerikaner fleißig darüber "gebloggt". Aber mit dem Blogging erreicht man i.d.R. nur die bestehende Informix-Community. Ich hätte mir zusätzlich ein offizielles Pressrelease gewünscht, dass neben diesen wertvollen Informationen auch eine frische und positive Message zum Thema Informix im Markt verbreitet ! Meine Nachfrage diesbezüglich im Rahmen der IUG-Podiumsdiskussion bei den IBM-Verantwortlichen in den USA brachte einmal mehr das Dilemma zu Tage, in das sich IBM selbst hinein manöveriert:

"...es werden keine Press-Releases zu Preisänderungen verfasst...es wird auch keine produktbezogene Werbung bei IBM geben...wir haben tausende von Produkten...Kunden und Partner sollen Success-Stories liefern, damit Informix "beworben" werden kann...man wird das Problem der fehlenden Produkt-Sichtbarkeit für Informix am Markt anders begegnen...Social Marketing...Blogging-Offensive..."

Um es einmal deutlich zu sagen: Ich kann diesen Unfug nicht mehr hören !

Mit dem neuen Lizensierungsmodell besteht die einmalige Chance Informix am Markt wieder zu etablieren. Aber nur mit einem Lizensierungsmodell ist es nicht getan. Es müssen flankierenden Maßnahmen dazu ergriffen werden, um im Markt wieder ein Produktbewußtsein für Informix zu schaffen. Und sind wir doch mal ehrlich: Die Mitbewerber erzielen mit m.E. technologisch unterlegenen Produkten einen weitaus höheren Marktanteil als IBM mit Informix (und DB2 LUW wenn wir DB2 z/OS mal ausklammern). Woran das wohl liegen mag ? Die haben sicher jede Menge Kunden-Success-Stories geschrieben und fleißig gebloggt :-)

Mal im Ernst: Für mich wirkt das IBM Marketing einfach kraft- und ideenlos. Man sollte sich bei IBM einmal gründlich mit dem Thema auseinandersetzen und überlegen, ob es nicht an der Zeit ist, neue Wege im Marketing zu beschreiten. Wege, die tatsächlich den Produktverkauf ankurbeln und nicht alleine den Namen IBM in den Markt transportieren. Die Firma Apple macht uns ja ständig vor wie gutes Marketing funktioniert und auch einen nicht unbeträchtlichen finanziellen Mehrwert für das Unternehmen und seine Partner bringt.

Think Smart - Think about Apple's way of doing clever Marketing :-)

Hier besteht also nach wie vor Nachholbedarf von IBM-Seite. Nichtsdestotrotz ist es ermutigend zu sehen, dass mit dem neuen Informix-Lizensierungsmodell ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung von IBM unternommen wurde. Die enge Zusammenarbeit mit den Kollegen aus der IBM-Entwicklung/-Support, aus dem Technical Sales (Herr Köster, Herr Körner, Herr Dr. Weininger) und dem Sales-Bereich (Herr Simoner) hier in Deutschland mit uns zeigen, dass IBM die Deutsche IUG sehr ernst nimmt und nach Kräften unterstützt. Vielen Dank hierfür !

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